Sichtbeton: Sichtbare Betonoberflächen als Designelemente
Es gibt nur wenige Baustoffe, die so polarisieren und zugleich faszinieren wie Sichtbeton: keine Farbe, die kaschiert, kein Putz, der korrigiert. Nur der nackte Beton, mit seiner rauen Ehrlichkeit, seiner ungeschminkten Präsenz und seinen vielen Nuancen. Was in den 1920ern als revolutionäre Idee des sogenannten Brutalismus seinen Anfang nahm, erlebt in der Gegenwart in der zeitgenössischen Architektur eine bemerkenswerte Renaissance. Beton ist ein vielseitiger Baustoff, der sich individuell formen lässt.
Während der Baustoff für Architekten beinahe unendliche gestalterische Freiräume eröffnet, stehen Handwerksbetriebe und Bauunternehmer vor der Herausforderung, höchste Qualitätsstandards einzuhalten, um die Erwartungen aller Projektbeteiligten zu erfüllen. Dieser Artikel beleuchtet Sichtbeton aus relevanten Perspektiven, damit deine Sichtbetonprojekte nicht nur technisch einwandfrei sind, sondern auch optisch überzeugen.
Sichtbeton: Material und Eigenschaften
Grundsätzlich sind für alle Betonarten die Grundbestandteile gleich: Sand, Kies und als Bindemittel Zement.
Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es bei Sichtbeton?
Die Körnung der Bestandteile bestimmt ebenso wie die Art der Schalhaut sowie die Zugabe anderer Zuschlagstoffe und Farbbeimischungen die Textur und optische Wirkung des Baustoffes. Hinzu kommt eine nachträgliche Bearbeitung der Oberfläche.
Betonarten und -klassen
Beton ist nicht gleich Beton und es wird zwischen verschiedenen Arten, die verschiedene Eigenschaften besitzen, unterschieden: Leicht- und Schwerbeton, Infraleichtbeton, Stahl- und Textilbeton sowie Lichtbeton. Sichtbeton bleibt immer sichtbar, er wird weder verkleidet noch verputzt und in sogenannte SB-Klassen unterteilt.
Klasse 1: Hier gelten die niedrigsten Anforderungen. Sichtbeton dieser Klassifizierung eignet sich für Lagerhallen, Industrieräume oder private Keller.
Klasse 2: Baustoffe dieser Klasse zeichnen sich durch ein raues Erscheinungsbild aus und werden für Treppenhäuser oder Stützpfeiler eingesetzt.
Klasse 3: Es gelten höhere optische Ansprüche. Sichtbeton dieser Klasse findet sich beispielsweise an Fassaden wieder.
Klasse 4: Sichtbeton dieser Klasse erfüllt höchste Ansprüche an gestalterische Anforderungen und kann auch in Wohnräumen eingesetzt werden.
Diese Schalungen sind für Sichtbeton geeignet
Wie oben erwähnt, nimmt die Art der Schalung großen Einfluss auf die Haptik und Optik der späteren Oberfläche.
Besteht die Schalhaut aus Stahlplatten, entsteht eine besonders glatte Oberfläche.
Sägeraue, gebürstete oder gehobelte Holzbretter verleihen der Betonoberfläche eine Holzoptik.
Wellen, die Optik von Schieferplatten oder Terrakottafliesen oder sogar von Schriftzügen, die in der Oberfläche integriert sind, können realisiert werden. Dafür werden sogenannte Schalmatrizen aus Kunststoff oder Silikonkautschuk hergestellt.
Um die Oberfläche heller erscheinen zu lassen, Marmorierungen oder mögliche Farbunterschiede hervorzuheben, eignet sich eine nichtsaugende und glatte Schalung, die zudem die Porenbildung begünstigt.
Werden die Schalbretter unterschiedlich angeordnet oder in mehreren Breiten verwendet, entstehen interessante und individuelle Varianten.
Grundsätzlich gilt für die Wahl der Verschalung: Geringe Unregelmäßigkeiten im Erscheinungsbild lassen sich einfach nicht vermeiden. In der Praxis bedeutet das: Selbst bei glatten Stahlschalung-Oberflächen der Klasse SB4 können kleinste Unregelmäßigkeiten auftreten.
Sind Marmorierungen und verschiedene Farben möglich?
Um unterschiedliche Grautöne zu erhalten, spielt die Auswahl des Zements eine entscheidende Rolle. Weiße Zemente werden etwa eingesetzt, wenn eine beinahe weiße Oberfläche gewünscht ist. Farbpigmente oder farbige Gesteinskörnungen bringen zudem verschiedenste Nuancen in den Beton.
Marmorierte Farbverläufe sind ebenfalls möglich, erfordern jedoch mehrere Mischprozesse, die exakt aufeinander abgestimmt werden. Ergänzend zur Mischung mit dem eigentlichen Pigment werden weitere Betonmischungen mit entsprechenden Pigmenten versetzt. Eine spezielle Gießtechnik sorgt dann dafür, dass die Farben ineinander verlaufen, aber dennoch erkennbar bleiben, sodass der Marmoreffekt entsteht.
Techniken zur Oberflächenveredelung
Soll die Optik noch zusätzlich verändert werden, ist es problemlos möglich, Betonoberflächen nachträglich zu bearbeiten. Welches Verfahren geeignet ist, hängt davon ab, ob der Baustoff bereits komplett ausgehärtet ist. Häufig ist es das Ziel, die jeweilige Körnung des Betons nach den Kundenwünschen freizulegen. Drei Verfahren haben sich vor dem vollständigen Aushärten etabliert:
Auswaschen mit einem Wasser-Hochdruckreiniger: Das Ergebnis ist eine reliefartige, sehr körnige Oberfläche (Waschbeton).
Sandstrahlen: Es entsteht eine raue und matte Oberfläche.
Absäuern: Durch die Behandlung der Oberfläche mit einer verdünnten Säure entsteht eine sandsteinartige und edle Optik. Es wird nur eine dünne Schicht abgetragen.
Die besten Ergebnisse mit diesen Verfahren werden bei Betonfertigteilen erzielt, da im Fabrikbereich gleichmäßigere und hochwertigere Erscheinungsbilder als vor Ort möglich sind.
Auch bei bereits voll ausgehärtetem Material ist eine nachträgliche Veredelung möglich:
Flammstrahlen: Die oberste Schicht wird mithilfe extremer Hitze abgetragen und es bleibt eine angeraute Betonoberfläche zurück.
Schleifen und Polieren: Diese Vorgehensweise erzeugt eine besonders glatte und edel wirkende Oberfläche.
Steinmetzartige Verfahren: Beim sogenannten Scharrieren, Spitzen oder Stocken lassen sich tiefe und linienartige Strukturen, Kanten oder Wellen einarbeiten. Das intensiviert die Betonfarbe noch zusätzlich.
Abschließend können farbige Lacke, Lasuren, Öle oder Wachse aufgetragen werden. Sie schützen die Oberfläche und verleihen eine noch individuellere Optik.
Welche Pflege benötigt Sichtbeton?
Damit Feuchtigkeit nicht in den Sichtbeton eindringen kann, ist eine Imprägnierung empfehlenswert. Eine Versiegelung auf Epoxidharzbasis schützt optimal vor Verschmutzungen und Flecken. Auch das Wachsen und Ölen von Betonoberflächen bringt den gewünschten Effekt.
Kleinere Verschmutzungen werden unkompliziert mit klarem Wasser und bei Bedarf mit Kernseife entfernt. Für größere Verschmutzungen empfiehlt sich ein spezieller Steinreiniger. Hartnäckigen Flecken kommst du am besten mit einer Hochdruckreinigung bei. Dabei hängt es von der Art der Betonoberfläche und der Verschmutzung ab, ob man selbst Hand anlegen möchte oder dafür lieber einen Profi beauftragt.
Funktioniert Sichtbeton auch ohne Beton?
Eine attraktive Alternative zu Sichtbeton sind Boden- und Wandbeläge, die optisch wie ihr Beton-Verwandter wirken. Dazu zählen mineralische Wandputze wie Zement-, Kalk- oder Kalkmarmorputz und Spachtelmassen. Mit dem HERKULES Spachtelboden und Wandbelag von EINHORN WERKE lassen sich fugenlose Designs realisieren, die mit einer besonders pflegeleichten Oberfläche für sich sprechen.
Die fugenfreie Ausführung erleichtert nicht nur das Überfahren mit Stuhlrollen, sie kann auch Teil eines barrierefreien Zugangs sein. Des Weiteren sind die Böden hochbelastbar bei gleichzeitig langer Haltbarkeit. Das macht Spachtelböden ebenso wie Sichtbeton ideal für stark beanspruchte Bereiche wie Gewerbeimmobilien und Büroflächen.
HERKULES Spachtelboden als Bodenbeschichtung
Während die Schichtdicke eines Bodenbelags in einem Neubau meist eine eher untergeordnete Rolle spielt, kann sie auch erfahrene Handwerker bei einer Sanierung vor Probleme stellen. Bodenbeschichtungen wie der HERKULES Spachtelboden von EINHORN WERKE hingegen können in dünnen Schichtstärken auf einen bestehenden Bodenaufbau oder Bodenbelag aufgetragen werden.
Dafür ist es erforderlich, dass der Untergrund tragfähig ist und ein bestehender Bodenbelag korrekt vorbereitet wird. Dann kann HERKULES Spachtel sogar auf bestehenden Fliesenböden problemlos aufgebracht werden.
Welche Vorzüge bietet HERKULES Spachtelboden?
Der Spachtelboden von EINHORN WERKE überzeugt mit zahlreichen Vorteilen:
Robust und langlebig: Die so geschaffene Oberfläche ist abriebfest, einfach zu reinigen und wasserbeständig.
Für Fußbodenheizung geeignet: Der Spachtelboden lässt sich auch auf einer Fußbodenheizung nutzen und kann selbst auf Böden mit einer wasserführenden Niedertemperatur-Fußbodenheizung aufgebracht werden.
Für viele Untergründe geeignet: Unkompliziert kann HERKULES Spachtelboden auf verschiedenen Estrich-Arten, Fliesenbelägen (entsprechende Vorbehandlung erforderlich) und vielen weiteren tragfähigen Materialien und Untergründen eingesetzt werden.
Nachträglich modifizierbar: Bei Bedarf kann der Boden abgeschliffen und neu versiegelt werden. Auch eine Überarbeitung mit einer Schicht EINHORN WERKE HERKULES ist möglich.
Fazit: Sichtbeton und Spachtelböden erlauben eine moderne Boden- und Wandgestaltung
Sichtbetonböden oder Spachtelmassen in Betonoptik haben sich in verschiedenen Architekturstilen bewährt und etabliert. Waren die fugenlosen Böden in der Vergangenheit Industriebauten vorbehalten, finden sie heute auch in Wohngebäuden verbreitet Anwendung.
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