Marmorputz
Das Wichtigste in Kürze:
- Marmorputz ahmt die Optik von echtem Marmor nach.
- Veneziano und Marmorino sind spezielle Techniken, die eine hochglänzend marmorierte oder seidenmatt wolkige Oberfläche erzielen.
- Hochwertiger Marmorputz besteht aus Marmormehl, Kalk, gekörntem Marmor, Ton und Farbe.
- Umweltfreundlich, schimmelresistent, langlebig und pflegeleicht – ideal für Allergiker.
Marmorputz erfreut sich zunehmender Beliebtheit als stilvolle Alternative zu klassischen Wandgestaltungen. Die edle Optik und seine positiven Eigenschaften für das Raumklima machen ihn besonders attraktiv. Doch worauf sollte man achten? Welche Unterschiede gibt es bei den Techniken, und wie nachhaltig ist Marmorputz wirklich? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über Marmorputz, seine Vorteile und seine Einsatzmöglichkeiten.
Was ist Marmorputz?
Marmorputz ist eine mineralische Masse zur Gestaltung von Wänden und Decken. Er erzeugt ein Finish, das echtem Marmor täuschend ähnlichsieht, und ist in vielen Farbtönen erhältlich.
Der Begriff „Putz“ ist irreführend, da es sich technisch gesehen um eine Spachtelmasse handelt. Sie wird dünn auf eine glatte Wand aufgetragen und eignet sich nicht zum Ausgleich von Unebenheiten. Besonders geschätzt wird Marmorputz für seine hohe Beständigkeit, seine natürlichen Eigenschaften und sein einzigartiges Erscheinungsbild.
Vergleich: Marmorputz vs. Spachtelcreme
Marmorputz basiert auf meist auf Sumpfkalk, einer Mischung aus Calciumhydroxid und Wasser, kombiniert mit Marmormehl und gekörntem Marmor. Diese Bestandteile machen ihn atmungsaktiv und schimmelhemmend. Eine Wachsschicht macht ihn wasserabweisend, sodass er auch in Feuchträumen eingesetzt werden kann.
Spachtelcremes hingegen bestehen oft aus Acrylpolymeren und Gips. Sie sind weniger atmungsaktiv, können mit der Zeit verblassen und beeinflussen das Raumklima negativ. Zudem enthalten sie häufig synthetische Bindemittel, die Allergien auslösen können.
Vorteile und Nachteile von Marmorputz
| Vorteile | Nachteile |
| Rein mineralisch, ohne bedenkliche Inhaltsstoffe | Benötigt geübte Verarbeitung |
| Schimmelresistent durch hohen pH-Wert | Zu starker Druck beim Auftragen kann Fehler verursachen |
| Hygienisch und pflegeleicht | Ausbesserungen sind anspruchsvoll |
| Hochwertige, edle Optik | Jährliche Pflege der Versiegelung erforderlich |
| Für Allergiker geeignet | Kostenintensiver als herkömmliche Wandbeschichtungen |
| Umweltfreundlich und recycelbar | Verarbeitung erfordert spezielle Werkzeuge |
Nachhaltigkeit und Wohngesundheit
Marmor wird in Steinbrüchen abgebaut, was energieintensiv ist. Der Transport über weite Strecken kann die Umweltbilanz negativ beeinflussen. Allerdings ist Marmorputz langlebig und recycelbar, was seinen ökologischen Fußabdruck verbessert. Im Vergleich zu synthetischen Wandbeschichtungen ist er nachhaltiger, da er keine Lösungsmittel oder chemischen Weichmacher enthält.
Wohngesundheitlich ist Marmorputz vorteilhaft, da er keine synthetischen Zusätze enthält und keine Schadstoffe in die Raumluft abgibt. Er ist geruchsneutral, allergikerfreundlich und reguliert die Luftfeuchtigkeit positiv. Dadurch entsteht ein angenehmes Raumklima.
Beliebte Marmorputz-Varianten: Veneziano und Marmorino
- Stucco Veneziano: Mehrschichtige Technik mit polierter, hochglänzender Oberfläche. Besonders edel und häufig in repräsentativen Räumen oder luxuriösen Badezimmern verwendet.
- Stucco Marmorino: Zweischichtige Verarbeitung mit seidenmatter, wolkiger Struktur. Perfekt für eine mediterrane und natürliche Wandgestaltung.
Anwendung und Verarbeitung
Die Verarbeitung von Marmorputz erfordert Geschick und Erfahrung. Die wichtigsten Schritte im Überblick:
- Untergrund vorbereiten: Der Untergrund muss sauber, trocken und glatt sein. Unebenheiten sind vorher auszugleichen.
- Grundierung auftragen: Eine mineralische Haftgrundierung (z.B. der Einhornwerke Marmorgrund [LINK]) sorgt für optimalen Halt.
- Erste Schicht Marmorputz auftragen: Mit einer venezianischen Kelle wird die erste dünne Schicht in unregelmäßigen Bewegungen aufgetragen.
- Trocknen lassen: Die erste Schicht muss mehrere Stunden trocknen.
- Zweite Schicht auftragen: Die Oberfläche wird weiter verdichtet und strukturiert.
- Polieren und Versiegeln: Je nach gewünschtem Effekt kann die Oberfläche poliert oder mit Wachs behandelt werden, um sie wasserabweisend zu machen.
Fazit
Marmorputz ist eine edle und langlebige Wandgestaltung, die besonders für Allergiker und Feuchträume geeignet ist. Trotz des hohen Aufwands lohnt sich die Investition, da Marmorputz eine einzigartige Optik bietet und die Raumluftqualität positiv beeinflusst. Seine Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit machen ihn zudem zu einer hervorragenden Wahl für moderne Wohnkonzepte.